Vorbemerkung Info Baskenland: wir dokumentieren im folgenden einen Artikel des österreichischen katholischen Internetmagazins kath.net. Der Artikel zeigt am Beispiel katholischer Priester, dass grosse Teile der baskischen Bevölkerung die Anerkennung ihrer Identität, ihrer Kultur und ihrer Sprache gegen einen aggressiven spanischen Zentralismus verteidigen. Für den spanischen Zentralismus kämpfen ein Bündnis aus Kirche, ökonomischen Machtzentren und Ultrarechten. Den Widerstand der Basken diffamieren diese Kreise als “baskischen Nationalismus”, ein Begriff, der meist unreflektiert von den Medien übernommen wird:
Gegen die Ernennung von Jose Ignacio Munilla zum Bischof von San Sebastian gibt es unglaublichen Widerstand innerhalb der baskischen Diözese Guipuzcoa. Rund 77 Prozent der Priester unterschrieben öffentliches Protestschreiben gegen die Ernennung
San Sebastian (kath.net/KNA)
Gegen die Ernennung von Jose Ignacio Munilla zum Bischof von San Sebastian gibt es weiter Widerstand innerhalb der baskischen Diözese Guipuzcoa. Wie spanische Medien am Dienstag berichten, legten sieben Geistliche des Priesterrats im Bistum ihre Ämter nieder. Vor wenigen Wochen hatte Papst Benedikt XVI. den gebürtigen Basken Munilla zum neuen Bischof von San Sebastian bestellt.
Die große Mehrheit des baskischen Klerus in der nordspanischen Diözese lehnt Munilla als neuen Oberhirten ab. Rund 77 Prozent der Priester in der Diözese unterschrieben Mitte Dezember ein öffentliches Protestschreiben gegen die Ernennung Munillas. Sie sympathisieren mit den linksgerichteten Separatisten, die für die politische Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien kämpfen. Munilla jedoch gehört dem spanischfreundlichen, konservativen Flügel an und stellt sich offen gegen nationalistische Tendenzen im Baskenland.
Wie die baskische Bevölkerung ist auch der Klerus der Region tief zerstritten in Nationalisten und «Nicht-Nationalisten». Eine knappe Mehrheit der baskischen Priester sprechen sich für eine politische Unabhängigkeit des Baskenlandes von Spanien aus. Zwar unterstützen sie nicht die blutigen Anschläge der baskischen Terrororganisation ETA, jedoch deren Ziele.
Sie feiern ihre Gottesdienste auf Baskisch und sprechen sich für eine Abspaltung von der Spanischen Bischofskonferenz aus, um eine eigenständige, Baskische Bischofskonferenz bilden zu können. Das lehnt der Vatikan freilich ab, weil er die Gründung von «abgespaltenen» Bischofskonferenzen in der Regel erst nach einer formellen staatlichen Trennung zulässt.
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