Mehr als 400 baskische Universitätsprofessoren und Anwälte kritisieren in einer Erklärung das Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs, dem Wahlbündnis Bildu die Teilnahme an der Kommunalwahl am 22. Mai 2011 zu verbieten. Sie sehen darin eine Verletzung fundamentaler Rechte.
Auch die internationale Kontaktgruppe, die die Bemühungen unterstützt, die Friedensinitiative im Baskenland in Richtung eines Konfliktlösungsprozesses zu entwickeln, erklärt ihr “Bedauern und ihre Besorgnis” über das Verbot.
Abgeordnete und Senatoren der Regionalparteien der linken katalanischen Esquerra Republicana de Catalunya, der grünen Iniciativa per Catalunya Verds und des galizischen Bloque Nacionalista Gallego unterstützten Bildu bei einer Pressekonferenz in Madrid.
Im Baskenland gingen gestern tausende Menschen gegen das Verbot auf die Strasse. Für Freitag ist eine baskenlandweite Großdemonstration gegen den “demokratischen Notstand und den schweren Ausnahmezustand” geplant, den die Verbotsentscheidung des spanischen Obersten Gerichtshofs geschaffen hat.
Ein paar Hunderttausend Menschen in Spanien demonstrieren derzeit für Demokratie und gegen den aktuellen Sparkurs der Regierung. Es wird dazu aufgerufen bei den Kommunalwahlen keine der Großparteien PSOE oder PP zu wählen. In Anlehnung an den ägyptischen Volksaufstand ist in Madrid bereits vom »spanischen Tahrir-Platz« die Rede, weil hunderte Menschen dort öffentlich auf einem zentralen Platz campieren, trotz des derzeit ausgerufenen Versammlungs- und Demonstrationsverbots. Der spanische Staat droht jetzt sogar mit Räumung der Protestcamps.
Zehntausende Wählerinnen und Wähler der baskischen linken Unabhängigkeitsbewegung, die in den vergangenen Jahren oft aus Protest ungültig gewählt haben, weil ihre Wahloption verboten worden war, haben diesmal mit der Kandidatur von Bildu eine Wahlmöglichkeit.
Noch ist die undemokratische spanische Parteienverbotspolitik nicht ad Acta gelegt, die baskische Partei Sortu kämpft gerade vor dem spanischen Verfassungsgericht um ihre Zulassung und kann nicht an den Wahlen teilnehmen, aber der Einzug der Bildu-Kandidaten in die Rathäuser und in die Provinzparlamente von Araba, Bizkaya, Gipuzkoa (bilden die Baskische Autonome Gemeinschaft) und Nafarroa (Navarra) ist ein wichtiger Schritt in Richtung Demokratisierung des Baskenlandes.
Erste Wahlergebnisse sind ab etwa 22.00 Uhr zu erwarten.
Siehe auch die internationale Erklärung für die Zulassung von Sortu vom 27. März 2011 und die Liste der deutschen Unterzeichnerinnen und Unterzeichner: “Für das Recht auf politische Teilhabe”
versuche einmal, Dir das eine Sekunde lang vorzustellen: 10 Jahre lang verboten. Keine Büros, kein Geld, keine Präsenz in den Medien, politische Arbeit im Untergrund, ständige Verfolgung, Hunderte Verhaftungen und Folter, die Führung im Gefängnis, Kriminalisierung, 40.000 Aktivisten dürfen sich nicht als Kandidaten zur Wahl stellen, überzeuge 5.000 Menschen, die sich noch nie zur Wahl gestellt haben, für eine linke Pro-Unabhängigkeitsbewegung zu kandidieren, die immer noch verboten ist (Furcht), bilde eine neue Koalition (neuer Name, neues Logo), die in der Bevölkerung zuvor völlig unbekannt war und der erst zwei Wochen vor dem Wahltag erlaubt wurde, an der Wahl teilzunehmen, die sofort wieder das Ziel von Kriminalisierungsversuchen durch die Medien wurde … und die trotz alledem 22% der Stimmen erhielt, damit zur zweitgrössten Partei wurde und die grösste Zahl gewählter Stadt- und Gemeinderäte stellt. im Herzen dieses kapitalistischen Europas gewinnt eine sozialistische pro-Unabhängigkeitsbewegung die härteste und unfairste aller Wahlen. Es sollte überall die Titelseiten erobern und die Aufmerksamkeit der linken Bewegungen auf sich ziehen. Das ist das Baskenland. (aus: Facebook: Basque Info (in englischer Sprache))








