Die baskische Gewerkschaft LAB hat in einer symbolischen Aktion mehrere Banken in Bilbao, Donostia und Gasteiz besetzt. So drangen u.a. gegen 11.30 ca. 60 Personen in die Santander Bank auf der Gran via in Bibao ein und entrollten Transparente mit Aufschriften wie “Euer Geschäft, ist unsere Misere”, “Hände hoch dies ist ein Banküberfall”, “Banken und Staat klauen unsere Pensionen” oder “Unsere Pensionen sind nicht verhandelbar”.
Mit den Besetzungen sollte gleichzeitig für den Generalstreik am kommenden Donnerstag mobilisiert werden.
Tausende folgten am Samstag dem Aufruf der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner des Abkommen von Gernika (spanisch: Guernica) und protestierten im baskischen Iruñea (spanisch: Pamplona) gegen die jüngsten Verhaftungen. Sie fordern vom spanischen Staat, demokratische Zustände im Baskenland nicht länger durch Gewaltaktionen zu sabotieren. Den Verhafteten und ihren Familien schickten sie solidarische Grüße und forderten insbesondere ein Ende der politisch motivierten Massenverhaftungen und der berüchtigten Incommunicado-Haft, der tagelangen völligen Isolation nach der Verhaftung. Ein Teil der Verhafteten erhob auch diesmal schwere Foltervorwürfe.
Das Abkommen von Gernika formuliert die wichtigsten Schritte, die zur Erreichung demokratischer Verhältnisse nötig sind. Es wurde bisher von 30 Organisationen unterzeichnet: deutsche Übersetzung >> .
Auf der traditionellen Liebknecht Luxemburg Demonstration am 9. Januar beteiligten sich mit einem eigenen Block auch eine größere Delegation aus dem Baskenland gemeinsam mit EH Lagunak Deutschland. Ein Transparent für die Freiheit der über 750 Gefangenen und Schilder von im Verlaufe des baskischen Konflikts getöteten AktivistInnen und Angehörigen wurden getragen. Einen Tag zuvor hatte EH Lagunak mit einem Infotisch auf der Luxemburg Konferenz, die mit 2500 Menschen sehr gut besucht war, regen Zulauf. Auf der Konferenz wurde die am selben Tag im Baskenland stattfindende Großdemonstration für die Freiheit der Gefangenen live mit Bildern übertragen, ein Vertreter aus dem Baskenland machte wortstark mobil gegen Folter, Repression und Schikane an Gefangenen und Angehörigen. Unter Applaus des Publikums versammelten sich die extra angereisten Basken und Baskinnen sowie Mitglieder von EH Lagunak auf der Bühne. Exemplarisch wurden Schilder mit Fotos von Gefangenen sowie von Arnoldo Otegi hochgehalten. Das Zeigen von Fotos mit Gefangenen ist im Baskenland derzeit verboten, weswegen diesen Part die Freundinnen und Freunde des Baskenlands aus Deutschland übernehmen mussten.
Die spanische Polizei hat in Zusammenarbeit mit der französischen Polizei zwei mutmaßliche ETA-Mitglieder verhaftet. In Ziburu, im französischen Baskenland, wurde Iraitz Gesalaga Fernández von der farnzösischen Polizei festgenommen, der nach Angaben der Behörden als Computer-Experte gelte. Die spanische Polizei nahm unterdessen seine Freundin Itsaso Urtiaga in Zarautz fest. Bereits im September hatte Spanien auf die Ankündigung einer Waffenruhe der ETA mit Massenverhaftungen von baskischen Jugendlichen geantwortet.
ETA gibt positive Antwort auf die Erklärung von Brüssel und das Abkommen von Guernica und erklärt permanenten, umfassenden und verifizierbaren Waffenstillstand. (Siehe: Brüsseler Erklärung und Abkommen von Gernika )
Zur Erklärung von ETA: Dokumentation in GARA in spanischer Sprache
Text der Erklärung: in englischer Sprache








