Vertreter der Fiesta-Vereinigung Txori Barrote wurden für die kommenden Tage zum Sondergericht Audiencia Nacional (AN) in Madrid vorgeladen, weil sie bei der traditionellen Fiesta Aste Nagusia 2008 Bilder von Gefangenen gezeigt hatten. In diesem Jahr wurde Txori Barrote sogar die Beteiligung an der Fiesta verboten. Nach spanischem Recht kann das Zeigen von Bildern der Gefangenen als “Förderung” oder “Unterstützung” des Terrorismus verurteilt werden. Txori Barrote und Vertreter anderer Karnevalsvereinigungen glauben, dass mit den Verboten vor allem die finanzielle Unterstützung der Gefangenen getroffen werden soll. Außerdem betonten sie: “Die Solidarität mit den Gefangenen ist kein Verbrechen!”.
Das spanische Sondergericht ist nicht glücklich darüber, dass das Gericht in Rom die am 10. Juni 2010 auf Grund des Madrider Antrags auf Ausführung des europäischen Haftbefehls festgenommenen baskischen Jugendlichen Fermín Martínez, Artzai Santesteban y Zuriñe Gojenola nicht sofort an Spanien ausliefert. Vor dem italienischen Gericht haben nämlich Angeklagte das Recht auf eine ordentliche Beweiserhebung.
Wie bei der Festnahme der Jugendlichen protestierten erneut VertreterInnen des italienischen Netzwerks EH Lagunak Italia mit Kundgebungen, Flugblättern und Presseerklärungen gegen den spanischen Auslieferungsantrag.
Spanien wirft den in Rom festgenommenen und einsitzenden Jugendlichen Mitgliedschaft in der verbotenen baskischen Jugendorganisation Segi vor. Vor dem italienischen Gericht in Rom wurde heute über den spanischen Auslieferungsantrag und den europäischen Haftbefehl verhandelt. Schon einmal bei der großen Verhaftungswelle gegen die Jugendbewegung im November 2009 wurde der Auslieferungsantrag Spaniens von Italien nicht nachvollzogen und 3 Jugendliche wurden entlassen.
Infos und Foto von EH Lagunak Italia: http://www.apurtu.org/?q=node/1421
Die über 700 politischen Gefangenen des baskischen Gefangenenkollektivs führen ihren im Januart 2010 begonnenen Kampf um ihre politischen Rechte und gegen das spanische und französische Gefängnissystem fort. Jetzt, im September 2010 beteiligen sich die Insassen von 6 französischen und 12 spanischen Gefängnissen am “rotierenden Gefängnisstreik”. Angesichts der neuen und offenen politischen Situation im Baskenland rief die “Bewegung für Amnestie” (movimiento pro amnistía) die Gesellschaft dazu auf, die Aktivitäten zur Respektierung der Rechte der baskischen politischen Gefangenen zu verstärken um letztendlich die Freiheit aller politischen Gefangenen zu erreichen.
Infos zum Hungerstreik-Beginn im Januar: http://de.indymedia.org/2010/01/272029.shtml
Barcelona, 11.9.2010: Josep Lluís Carod Rovira, Kataloniens Vizepräsident und Chef der katalanischen Partei ERC kritisiert, dass Arnaldo Otegi sich in präventiver Haft im Gefängnis befindet. Otegi sei eine Person, “die als Element der Reflexion und der politischen Aktion” im derzeitigen Prozess eine wichtige Rolle spielen könnte. “Es ist die Stunde der Politiker. Arnaldo Otegi ist ein Politiker”, erklärte er gegenüber dem Radiosender RAC1.







